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Kräuterpädagoginnen verbindet die Liebe zur Natur

Mit meinen Angeboten will ich die Teilnehmer dazu verführen, die Natur in ihrem Reichtum und in ihrer Vielfalt noch mehr zu schätzen, zu lieben und zu achten“, erklärt Helga Hennebold. Start und Ziel ihrer Kräuterwanderungen ist ihre wildromantische Hütte am Waldrand von Dimbach. An bestimmten Wochenenden im Jahr ist sie Schauplatz für „Hüttenzauber bei der Wildkrautfee“. Auch im Fränkischen Seenland und anderswo erklärt sie die Geheimnisse der „Un-Kräuter“. „Mir fehlt die Zeit für eine umfangreiche Produktion von Wildkräuterprodukten“, erklärt „Wildkrautfee Helga“.

Mit den Kräuterpädagoginnen hat Hohenlohe eine weitere touristische Attraktion, die auch Einheimische sehr gerne nutzen. Das zeigt ein Blick auf vier Frauen, deren berufliche Entwicklung wir seit zehn Jahren mit Interesse verfolgen. Zwei von ihnen – Regina Müller und Waltraud Zink – konzentrieren sich auf das Kochen mit Kräutern. Helga Hennebold ist vor allem mit Kräuterwanderungen und Vorträgen erfolgreich. Bei Jessica Buschmeier-Gundel kommen Herstellung in der Kräuterwerkstatt und Verkauf der Produkte aus Kräutern und Früchten hinzu.

Wichtelgeschichten
Zweimal im Jahr kann man bei Helga in Workshops den „kleinen Kräuterführerschein“ machen. Als Realschullehrerin ist sie geradezu prädestiniert, „kleine Leute“ in Form von Wichtelgeschichten oder Basteleien für die Natur zu begeistern. Sie geht als Pilzcoach auf Fotosafari oder gewinnt ihre Zuhörer mit spannenden Vorträgen für die „Schatzsuche am Wegesrand“. Aber auch Kochen mit Wildkräutern, eine moderne Schatzsuche mit GPS oder ein kleiner Markt mit Wildkräuterprodukten und anderen Erzeugnissen der Natur ist mit Helga möglich. Gruppen können Helga Hennebold also für spezielle, vorher vereinbarte Führungen und Aktionen buchen.

Feste Wandertermine
Daneben bietet sie auch jedes Jahr feste öffentliche Wildkräuterwanderungen für Einzelpersonen (nach Voranmeldung) an: 2019 am 23. März (ab 14 Uhr), 17. Mai (ab 15 Uhr), 28. Juni (ab 15 Uhr) und 27. September (ab 15 Uhr). Treffpunkt ist jeweils ihre romantische Hütte am Waldrand. Dauer: 1,5 Stunden. Schon ein Blick auf ihre Homepage zeigt: Ihr Schwerpunkt liegt klar auf der Vermittlung von Kräuterwissen und der Liebe zur bunten Vielfalt von Mutter Natur. Sie ist deshalb auch aktiv an der Aus- und Weiterbildung des Kräuterpädagogen-Nachwuchses beteiligt.

Absolut professionell
„Meine Liebe zur Natur“, erzählt Jessica Buschmeier-Gundel, „hat mich letztlich zu dem gebracht, was mir heute sehr viel Spaß macht und mich erfüllt, zur Ausbildung als Kräuterpädagogin.“ Hinzu kam, dass sie schon immer viele Früchte und Kräuter der Natur verarbeitet hatte. „Aber mir fehlte die Professionalität“, sagt sie. Die Basis dafür legte vor gut elf Jahren die Ausbildung zur staatlich zertifizierten Kräuterpädagogin an der Kupferzeller Akademie für Landbau. Mit ihr gingen knapp 20 weitere Frauen diesen Weg – aber nur etwa die Hälfte von ihnen machte etwas daraus, sah die Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Gundermannschule nicht „nur“ als Investition in die eigene Gesundheit.

Volksheilkunde plus
Für diese Absolventinnen war das der Start in die Selbständigkeit oder zumindest ein wichtiger zusätzlicher Baustein zur Absicherung der beruflichen Existenz. Sie haben es zum Beispiel geschafft, dass viele ihrer Teilnehmerinnen die Schätze am Wegesrand beim Kochen nutzen, dass diese weit überlegter essen und bewusster durchs Leben gehen oder von der heilsamen Wirkung der Kräuter profitieren. Denn: Einige der gut ausgebildeten Kräuterpädagoginnen haben gleich nach ihrem Abschluss eine Ausbildung in Volksheilkunde angehängt.

Am offenen Feuer
„Bei mir ist der Wechsel das Schöne“, erzählt Jessica, „ich liebe es, stundenlang allein draußen in der Natur Kräuter zu suchen und zu sammeln oder zu kochen und dann wieder zwei drei Tage lang auf Märkten den Besuchern meine Produkte zu zeigen und ihnen von Kräutern und Früchten zu erzählen.“ Sie hat nach zehn Jahren im Kräutermetier 

• rund 30 Blüten- und Wildfrüchtesirups, etwa mit Rosmarin, Indianernessel oder Waldmeister

• sehr hochwertige aromatisierte Essigverfeinerungen beispielsweise mit Apfelbeere, Bärlauch oder Zwetschge

• und etwa 15 Konfitüren, zum Beispiel mit Fichtenspitzen, Kornellkirschen, Holunderbeeren oder Löwenzahnblütengelees.

Als Rohstoffe verwendet sie viele Produkte aus Natursammlungen und nicht gespritzte oder gedüngte Pflanzen und Kräuter aus eigenem Anbau. Das ist in Wirklichkeit Bio, aber die offizielle Bio-Zertifizierung kann sich in so einem Fall natürlich niemand leisten. Weil sie sehr kreativ ist, wächst der wilde GundelGarten ständig.

Wiesenwerkstatt
Nicht nur das Genießen der Natur, sondern auch das Entdecken liegt der zertifizierten Waldpädagogin am Herzen – zum Beispiel bei Tageskursen mit Waldwanderung. In ihrer Wiesenwerkstatt im eigenen Garten macht sie Workshops und Outdoorkochkurse für bis zu zehn Teilnehmer       an. Sie beginnen mit einer Kräuterführung und enden mit der Zubereitung der Wildkräutergerichte am offenen Feuer und gemütlichem Ausklang in Gundels Garten enden.

Schutz der Natur
Für größere Gruppen bietet sie Wildkräuterführungen mit Kostproben und komplette Wildkräuterbuffets an. Als Jugendbegleiterin an der Förderschule in Kirchberg-Gaggstatt gestaltet sie die Natur-AG. Sehr engagiert ist sie auch als Dozentin an der Hector-Kinderakademie.

In die „Kutscherstube“
Die gut ausgestattete Küche, ihr Kräutergarten und ihre „Kutscherstube“ im Ferienhof Marina, den sie mit ihrer Familie betreibt, waren gute Voraussetzungen für Regina Müller in Laibach, einem romantischen, etwas versteckten Dorf in einem Seitental der Jagst. Die Vorsitzende der Landfrauen im Hohenlohekreis hat sich auf das Kochen mit Kräutern spezialisiert. Dabei arbeitet sie meist mit einer Kollegin zusammen, die den Teilnehmern bei einer Wanderung draußen in der Natur die Wildkräuter zeigt und sie über deren Anwendungsmöglichkeiten informiert.

In dieser Zeit beginnt Regina schon mal mit dem Kochen. Die Gäste helfen in der großen Seminarküche beim Kochen mit oder lassen sich in der „Kutscherstube“ bewirten lassen. Hier können bis zu 60 Personen stimmungsvoll feiern – und anschließend in einer Ferienwohnung. im Ferienhaus oder den originellen Radlerkojen übernachten. Regina stattet zudem Buffets mit köstlichen Kräuterspezialitäten aus – bei ihren Feriengästen und bei externen Veranstaltungen.  

Kräuterfest am Blockhaus
Schon Waltraud Zinks Großmutter hat sie für die heilenden Wirkungen der Kräuter sensibilisiert. Seit sieben Jahren ist ihr „Blockhaus zur Winterhöhe“ Ausgangspunkt fast aller Kräuter-Aktivitäten. Sie bietet hier im Gerabronner Ortsteil Dünsbach – nahe der Autobahnausfahrt Wolpertshausen an der Autobahn A6 – Gruppen Kräuterführungen oder Vorträge in Verbindung mit Verkostungen oder Kochen mit Wildkräutern an. Auf Wunsch auch zu bestimmten Themen wie Kürbisse oder in Verbindung mit der Vorstellung des landwirtschaftlichen Betriebs ihrer Familie. Sehr beliebt ist bei Waltrauds Gästen das Wildkräuterkochen mit abschließendem Wildkräuterbuffet. Dauer: vier bis fünf Stunden.

Riesengroß war 2018 – trotz wenig Werbung – der Ansturm auf ihr Kräuterfest mit Ständen von Kolleginnen, Workshops und Kräuterführungen. Das nächste ist für 2020 geplant.  

Blick in den Kräutergarten
Weil sie in ihren Gärten am Wohnhaus und am Blockhaus sehr viele Wildkräuter und kultivierte Kräuter selbst anbaut, müssen ihre Gäste nicht unbedingt in der freien Natur nach Kräutern suchen. Von der Luftzwiebel über Muskatellersalbei, kanadischer Minze und Bergbohnenkraut bis zur Melde ist da so ziemlich alles vertreten, was Genießern das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Das Blockhaus mit 70 Plätzen innen und 40 Plätzen auf der Terrasse mit Blick in den gut sortierten Kräutergarten bietet dafür den optimalen Rahmen – modern, mit besonders gesundem Raumklima und urgemütlich (siehe Seite 22). Freitags ab 18.30 Uhr und sonntags ab 11.30 Uhr ist das Haus für jedermann ohne Anmeldung geöffnet. Und immer steht zumindest ein Gericht mit Kräutern auf der Speisekarte.

Sehr gerne kommt Waltraud aber auch zu Vorträgen zu Landfrauen und anderen Vereinen – mit oder ohne Kostproben im Gepäck.